Berufspolitisches


Runder Tisch des Kantons Baselland "Psychische Gesundheit während Corona"

 

Nach einer Anfrage im Landrat hat der Kanton einen Runden Tisch installiert, der sich mit der psychischen Belastung der Bevölkerung während Corona und der Corona-Massnahmen befassen soll. VertreterInnen von gut zwanzig Institutionen der psychosozialen Versorgung haben sich seit Februar 2021 vier Mal online getroffen und ihre Einschätzungen ausgetauscht. Drei AG beschäftigen sich mit Jungen, Familien und Alten, wir arbeiten in der AG Fachpersonen mit: Wie geht es eigentlich ihnen, die die Belastung der Bevölkerung mittragen, und was brauchen sie? Eine zahlreich beantwortete Umfrage zeigte, dass es eine beachtliche Zahl von psychosozialen Profis gibt, die im Frühling 2021 am Rande ihrer Kräfte standen – zu einem guten Teil, soweit ersichtlich, weil Austausch und gemeinsame Bewältigung fehlten. Derzeit entwirft die AG in Absprache mit dem Kanton ein Konzept für den Fall, dass es wieder zu Einschränkungen kommt, sodass wir innert weniger Wochen mit einem Gruppenangebot startbereit wären. 

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Das Anordnungsmodell kommt!

Am 19. März hat der Bundesrat beschlossen, das Anordnungsmodell einzuführen. Psychologische PsychotherapeutInnen mit kantonaler Praxisbewilligung können ab 1. Juli 2022 direkt mit der Grundversicherung der Krankenkassen abrechnen, wenn die Anordnung eines Hausarztes, einer Kinderärztin, eines Psychiaters oder einer Psychosomatikerin für eine Psychotherapie vorliegt. Diese Anordnungen gelten zuerst für 15, dann für weitere 15 Stunden; danach braucht es einen ausführlichen Bericht an den Vertrauensarzt der Kasse. Kriseninterventionen (10 Stunden) können von sämtlichen ÄrztInnen angeordnet werden. 

Damit entfällt das Delegationsmodell, das seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes 1996 in Kraft war - und seit dann umstritten. Es zwang uns gut ausgebildete psychologische PsychotherapeutInnen, uns von einem Arzt, einer Ärztin anstellen zu lassen und unter deren Aufsicht zu arbeiten, wenn unsere PatientInnen auf die Leistungen der Grundversicherung angewiesen waren. Mit der jetzigen, mühsam erkämpften Änderung verbessert sich der Zugang zur Psychotherapie für viele Leute.

 

https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/medienmitteilungen.msg-id-82745.html

 

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Anstellungsbedingungen delegiert arbeitender PsychotherapeutInnen

Wir haben mittels einer anonymisierten Onlineumfrage Daten zu Lohn und Anstellungsbedingungen delegiert arbeitender PsychotherapeutInnen erhoben sowie zu deren Zufriedenheit mit ihren Arbeitsbedingungen. 116 (54.7 Prozent) der 212 angeschriebenen in Basel-Stadt oder Baselland delegiert tätigen PsychotherapeutInnen nahmen an der Umfrage teil. Die deskriptive Auswertung der verschiedenen Anstellungsbedingungen wird in dieser Arbeit erläutert. Ebenso wird der durchschnittliche Lohn der Befragten berichtet und zwecks Vergleichbarkeit in standardisierter Form veranschaulicht.

Den Delegierten im Stunden- oder Monatslohn (57.1 Prozent der Befragten) werden durchschnittlich 11.3 Prozent (Spannweite 0.3 bis 29.5 Prozent) ihres Bruttostundenansatzes von Fr. 136.05 für weitere, in der Umfrage nicht berücksichtigte Ausgaben – evtl. auch für eine Gewinnbeteiligung der delegierenden Person – abgezogen. Von den Delegierten, die weitgehend autonom ihre Finanzen regeln (42.9 Prozent der Befragten), geben 60.4 Prozent an, weder eine Delegations- noch eine Aufwandspauschale der delegierenden Person entrichten zu müssen. Die restlichen 39.6 Prozent dieser «autonomen Delegierten» geben eine Delegations- und/oder Aufwandspauschale von durchschnittlich 13.1 Prozent (Spannweite 1.5 bis 50.0 Prozent) ihres Umsatzes ab.

Die Zufriedenheit der delegiert arbeitenden PsychotherapeutInnen mit ihren Anstellungsbedingungen zeigt sich heterogen: Während die «autonomen Delegierten» im grossen Ganzen mit ihrem Lohn (im Rahmen der Möglichkeiten des Delegationsmodells), mit der Transparenz der Geschäftszahlen, mit der Arbeitsbeziehung zur und Zusammenarbeit mit der delegierenden Person zufrieden sind, fällt die Zufriedenheit der im Stunden- oder Monatslohn tätigen Delegierten bedeutend niedriger aus. Daraus ergibt sich ein deutlich stärkerer Wunsch der

Zweitgenannten, die Anstellungsbedingungen zu verbessern, wobei aber beide

Gruppen, die «autonomen Delegierten» wie auch die Delegierten im Stunden-/ Monatslohn, solidarisch eine gewerkschaftliche Organisierung mehrheitlich unterstützen würden.

Wir formulieren Empfehlungen zur guten Delegation, welche eine faire und beidseitig bereichernde Zusammenarbeit zwischen delegierenden ÄrztInnen und delegiert arbeitenden PsychotherapeutInnen fördern sollen.

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Die ganze Arbeit können Sie hier herunterladen:

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Delegierten-Umfrage VPB.pdf
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Und hier die aus der Studie folgenden Empfehlungen, die wir mit unseren KollegInnen der psychiatrischen Fachgruppen besprechen wollen:

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Empfehlungen und Hilfestellung.pdf
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Sexuelle Übergriffe in Psychotherapien

Sexualität ist ein zentraler Teil des Lebens und oft ein wichtiges Thema in einer Psychotherapie, aber genau deswegen haben sexuelle Handlungen in einer Therapie keinen Platz. Es liegt zu 100 % in der Verantwortung der TherapeutInnen, dafür zu sorgen, dass alles zur Sprache kommen kann, was die PatientInnen beschäftigt, aber nur das: Es soll Thema sein, gedacht, besprochen, verstanden und weiterentwickelt werden oder auch als unverständlich, "fremd in mir drin" denkbar werden. Der Raum der Psychotherapie braucht Schutz vor Handlungen, und die ethischen Richtlinien der Berufsverbände lassen hier keinen Spielraum.

 

Juristisch gibt es trotzdem Lücken, vor allem, was die vom Strafgesetz erfassbaren Aspekte und die Möglichkeit zur Meldung an die Bewilligungsbehörde betrifft. Immerhin hat das Bundesgericht 1998 und 2004 (BGE 6S.381/2004) Grundsatzentscheide dazu gefällt, die die in einer Psychotherapie entstehende Vertrauensbeziehung sichern. Mitglieder des VPB und der Fachgruppen Psychiatrie Baselland und Basel-Stadt versuchten seit Herbst 2003 auf unsere Initiative hin, im Gespräch mit RichterInnen, Kantonsärzten, Ermittlungsbehörden und Institutionen zu klären, wo die psycho-therapeutische und die juristische Verwendung von Wörtern wie Beziehung, Abhängigkeit, Ausnützung sich unterscheiden und wie das geschützt werden kann, was in einer Psychotherapie geschieht. Mit den Kantonsärzten haben wir ein Verfahren erarbeitet, wie vermutete Täter auch dann zur Rede gestellt werden können, wenn die PatientInnen den juristischen Weg scheuen. In zwei Veranstaltungen für die Mitglieder aller Verbände haben wir uns damit befasst, wie wir "unter Kollegen" mit Grenzverletzungen umgehen und wie wir auf Gerüchte reagieren.

Im September 2014 hat die Arbeitsgruppe ihr Mandat an die Vorstände zurückgegeben.

Am 26. März 2015 hat die Generalversammlung des VPB beschlossen, in Zusammenarbeit mit Mitgliedern anderer Verbände eine neue AG zu gründen, die dafür sorgt, dass das Thema präsent bleibt, und mit Betroffenen nach gangbaren Wegen sucht.

 

 

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Hier können Sie den letzten Jahresbericht der Aufmerksamkeitsgruppe, das Merkblatt "Vorgehen bei sexuellen Uebergriffen in Psychotherapien" und den Text zur Beendigung der Gruppe anfordern. 


Fokus Psychische Gesundheit Basel-Stadt

Der VPB arbeitet in der Fachbegleitgruppe des Aktionsprogramms Psychische Gesundheit Basel-Stadt mit. Es orientiert sich am Bündnis Depression, wie es schon in mehreren Städten läuft. Sein Ziel ist es, psychische Krankheiten zu enttabuisieren und sowohl Betroffenen als auch ihren Angehörigen leichteren Zugang zu Unterstützung zu verschaffen. Neben Plakataktionen gibt's verschiedene Veranstaltungen: Vorträge, Filme, Diskussionen, Konzerte, Lesungen. Näheres siehe www.allesgutebasel.ch


Bündnis gegen Depression Baselland

Ebenfalls Partner-Organisation sind wir beim Bündnis gegen Depression Baselland.

www.buendnis-gegen-depression-bl.ch


Prävention psychosozialer Belastungsfolgen in der Somatik: Ein Modellprojekt zur kollaborativen Versorgung

Das Forschungsprojekt SomPsyNet wird vom Gesundheitsdepartement Basel-Stadt durchgeführt und von der Gesundheitsförderung Schweiz finanziert. Der VPB gehört zur Fokusgruppe "Schnittstellen", zusammen mit der UPK, HausärztInnen, Psychiaterinnen, Apothekerinnen. In mehreren Treffen erörterte die Gruppe, wie PatientInnen aus den somatischen Abteilungen in nachgeordnete Behandlungen geleitet werden können (Sozialberatung, IV, Ernährungsberatung, Psychotherapie) und welche Brüche dabei drohen. Im Besonderen geht es zurzeit darum, der psychotherapeutisch-psychosomatischen Betrachtungsweise genügend Gewicht zu verleihen – den PatientInnen nicht nur Adressen zu vermitteln und Entlastung anzubieten, sondern mit ihnen nach den inneren Konflikten zu suchen, die hinter einer  Somatisierung stecken.

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Psychiatrie-Konzept BS-BL

Am 24. Juni 2019 stellten die Projektleiter der Gesundheitsdepartemente BS und BL ihren Plan vor, wie bis 2023 ein neues, für beide Halbkantone gültiges Psychiatriekonzept entstehen soll. Nötig wurde es, weil die StimmbürgerInnen im Februar 2019 zwar die Fusion der Spitäler abgelehnt, aber einer gemeinsamen Spitalplanung zugestimmt hatten. Wir haben in der Konzeptgruppe Erwachsenenpsychiatrie mitgearbeitet, und es ist uns gelungen, einige für die ambulante Psychotherapie und die Versorgungskette fundamentale Gedanken einzubringen. 

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WoZ 16.1.20: Es soll den Menschen gutgehen, und zwar möglichst vielen.  Interview mit Prof. Ch. Flückiger

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Es soll den Menschen gutgehen, und zwar
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